Immobilienpreise: Entwicklung und Prognose, Stand August 2026
Der amtliche Häuserpreisindex stieg im 1. Quartal 2026 um 1,4 Prozent zum Vorjahr. Sie sehen jede Zahl mit Erhebungszeitraum, Quelle und Regionstyp.
Das Wichtigste in Kürze
- +1,4 Prozent im 1. Quartal 2026: So viel legten die Preise für Wohnimmobilien gegenüber dem Vorjahresquartal zu, gegenüber dem Vorquartal waren es +0,3 Prozent (Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 219 vom 25.06.2026, vorläufig).
- 8,4 Prozent unter dem Höchststand: Der Index steht bei 153,4 Punkten gegenüber 167,4 Punkten im 2. Quartal 2022 (Eurostat-Datensatz prc_hpi_q, Ursprungsdaten Statistisches Bundesamt, Basis 2015 = 100).
- Die Erholung verliert Tempo: Die Jahresrate sank von +3,8 Prozent im 1. Quartal 2025 über +2,6 Prozent im 4. Quartal 2025 auf +1,4 Prozent im 1. Quartal 2026.
- Die Richtung hängt am Regionstyp: Eigentumswohnungen in dünn besiedelten ländlichen Kreisen +3,6 Prozent, in den Top-7-Metropolen +0,3 Prozent, Ein- und Zweifamilienhäuser in dünn besiedelten ländlichen Kreisen -0,8 Prozent.
- Die Zahl ist bei Veröffentlichung im Schnitt gut vier Monate alt: Das vorläufige Quartalsergebnis erscheint 85 Tage nach Quartalsende und wird danach zweimal revidiert.
Die Preise für Wohnimmobilien in Deutschland lagen im 1. Quartal 2026 um 1,4 Prozent über dem Vorjahresquartal und um 0,3 Prozent über dem Vorquartal. Die Erholung nach dem Einbruch von 2023 setzt sich damit fort, verliert aber deutlich an Kraft: Ein Jahr zuvor betrug die Jahresrate noch 3,8 Prozent. Zum Höchststand des 2. Quartals 2022 fehlen weiterhin 8,4 Prozent.
Wie haben sich die Immobilienpreise in den letzten zwölf Monaten entwickelt?
Der Anstieg wird von Quartal zu Quartal kleiner. Die Jahresveränderungsrate des amtlichen Häuserpreisindex lag im 1. Quartal 2025 bei +3,8 Prozent, im 2. Quartal bei +3,3 Prozent, im 3. Quartal bei +3,2 Prozent, im 4. Quartal bei +2,6 Prozent und im 1. Quartal 2026 bei +1,4 Prozent (Eurostat-Datensatz prc_hpi_q, Ursprungsdaten Statistisches Bundesamt). Im Jahresdurchschnitt 2025 stand ein Plus von 3,2 Prozent, der erste Jahresanstieg seit 2022. Davor lagen zwei Verlustjahre: 2024 mit -1,5 Prozent und 2023 mit -8,4 Prozent, dem stärksten Rückgang seit Beginn der Zeitreihe. 2022 hatte der Index noch um 6,1 Prozent zugelegt.
Diese Werte sind nicht endgültig: Das Ergebnis für das 4. Quartal 2025 wurde im Juni 2026 von +3,0 auf +2,6 Prozent korrigiert, um 0,4 Prozentpunkte nach unten.
Zur Einordnung: Die Verbraucherpreise lagen im Juli 2026 nach der ersten Schätzung um 2,8 Prozent über dem Vorjahresmonat. Die Zeiträume sind nicht deckungsgleich, die Größenordnung zeigt aber: Ein nominaler Zuwachs von 1,4 Prozent ist real keiner. Weitere Marktdaten sammelt der Ratgeber Immobilienmarkt.
Entwickeln sich die Preise in Städten anders als auf dem Land?
Die Spreizung zwischen den Regionstypen ist größer als die Bewegung des Gesamtindex. Innerhalb desselben Quartals liegen zwischen dem stärksten und dem schwächsten ausgewiesenen Wert 4,4 Prozentpunkte.
| Regionstyp | Eigentumswohnungen | Ein- und Zweifamilienhäuser |
|---|---|---|
| Top-7-Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Stuttgart, Düsseldorf) | +0,3 % | +1,4 % |
| Kreisfreie Großstädte außerhalb der Top 7 | +2,9 % | +1,2 % |
| Dicht besiedelte ländliche Kreise | -0,4 % | in der Pressemitteilung nicht ausgewiesen |
| Dünn besiedelte ländliche Kreise | +3,6 % | -0,8 % |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 219 vom 25.06.2026, Berichtszeitraum 1. Quartal 2026 (vorläufig), Veränderung gegenüber dem Vorjahresquartal. Für städtische Kreise nennt die Pressemitteilung nur den Vergleich zum Vorquartal (Eigentumswohnungen +0,9 Prozent), keinen Vorjahreswert.
Die beiden Objektarten laufen in derselben Region gegeneinander: Auf dem dünn besiedelten Land steigen Eigentumswohnungen um 3,6 Prozent, während Ein- und Zweifamilienhäuser um 0,8 Prozent nachgeben. In den Top-7-Metropolen ist es umgekehrt, dort sind die Häuser mit +1,4 Prozent der stärkere Teil. Ein Bundesdurchschnitt taugt deshalb nicht als Argument in einer Preisverhandlung. Was zählt, ist der Wert Ihres Objekts in Ihrer Lage; eine kostenlose Ersteinschätzung des Verkehrswerts liefert den Einstieg, das Verfahren erklärt der Beitrag, was Ihre Immobilie wert ist.
Wie weit sind die Immobilienpreise noch vom Höchststand 2022 entfernt?
8,4 Prozent trennen den Stand des 1. Quartals 2026 vom Gipfel des 2. Quartals 2022. Vom Tiefpunkt im 1. Quartal 2024 aus hat der Index in acht Quartalen 5,2 Prozent zurückgewonnen.
| Quartal | Alle Wohnimmobilien | Bestand | Neubau |
|---|---|---|---|
| 4. Quartal 2020 | 144,3 | 145,9 | 135,4 |
| 2. Quartal 2022 (Höchststand gesamt und Bestand) | 167,4 | 170,8 | 149,1 |
| 3. Quartal 2022 (Höchststand Neubau) | 166,3 | 169,2 | 150,8 |
| 1. Quartal 2024 (Tiefpunkt) | 145,8 | 146,2 | 143,1 |
| 1. Quartal 2025 | 151,3 | 151,5 | 149,7 |
| 1. Quartal 2026 (vorläufig) | 153,4 | 153,4 | 152,9 |
| Abstand zum jeweiligen Höchststand | -8,4 % | -10,2 % | +1,4 % |
Quelle: Eurostat, Datensatz prc_hpi_q (Ursprungsdaten: Statistisches Bundesamt), Datenstand 02.07.2026, Basis 2015 = 100. Eurostat verbreitet den deutschen Index weiterhin auf dieser Basis, das Statistische Bundesamt selbst seit Juni 2026 auf der Basis 2025 = 100. Die Jahresveränderungsraten stimmen auf beiden Basen überein, für das 1. Quartal 2026 also +1,4 Prozent.
Ein Rechenbeispiel mit dem Bestandsindex: Ein Haus, das im 2. Quartal 2022 für 500.000 Euro verkauft worden wäre und sich seither exakt wie der Index bewegt hätte, stünde heute so:
- 1. Quartal 2024 (Tiefpunkt, 146,2 Punkte): 500.000 Euro x 146,2 / 170,8 = rund 428.000 Euro
- 1. Quartal 2026 (153,4 Punkte): 500.000 Euro x 153,4 / 170,8 = rund 449.100 Euro
Zwischen Tiefpunkt und heutigem Stand liegen also rund 21.100 Euro oder 4,9 Prozent, zwischen Höchststand und heutigem Stand rund 50.900 Euro. Für Eigentümer, die 2021 oder 2022 gekauft haben, heißt das: Der Bundesdurchschnitt hat den Einstandspreis noch nicht wieder erreicht.
Ob daraus ein Argument fürs Abwarten wird, entscheidet vor allem das, was Käufer finanzieren können: Steigt der Bauzins, sinkt bei gleicher Monatsrate das mögliche Darlehen, und mit dem Budget der Käufer sinkt der erzielbare Preis. Diese Rechnung mit dem aktuellen Zinsniveau und Ihren eigenen Stichtagen führt der Beitrag jetzt verkaufen oder warten.
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Warum liegt der Neubau über seinem alten Höchststand und der Bestand nicht?
Weil Neubaupreise von den Baukosten getragen werden und Bestandspreise von der Zahlungsfähigkeit der Käufer. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen im Mai 2026 um 5,0 Prozent über dem Vorjahresmonat und um 2,4 Prozent über dem Februar 2026. Im Februar hatte die Jahresrate noch 3,3 Prozent betragen, der Baukostenanstieg beschleunigt sich also wieder.
Diese Kosten setzen dem Neubaupreis eine harte Untergrenze: Unterhalb der Herstellungskosten wird nicht gebaut. Der Teilindex für neu erbaute Wohnimmobilien steht deshalb mit 152,9 Punkten bereits 1,4 Prozent über seinem Höchststand aus dem 3. Quartal 2022. Der Bestandsindex hat diese Untergrenze nicht: Er liegt mit 153,4 Punkten noch 10,2 Prozent unter seinem Gipfel von 170,8 Punkten.
Für Verkäufer einer Bestandsimmobilie ist das ein Hebel: Je näher der Zustand Ihres Objekts an einem Neubau liegt, desto stärker wirkt der Baukostenanstieg zu Ihren Gunsten, weil die Alternative des Käufers teurer geworden ist. Belegen lässt sich der Zustand nur mit Papier, siehe die Unterlagen für den Hausverkauf.
Wie alt sind die amtlichen Preisdaten bei ihrer Veröffentlichung?
Im Schnitt gut vier Monate, für die frühesten Verträge eines Quartals fast sechs. Der Häuserpreisindex misst den Preis am Tag der notariellen Beurkundung, nicht am Tag der Anzeige. Die Kaufverträge laufen über die Kaufpreissammlung der Gutachterausschüsse nach § 195 BauGB, die 60 Tage nach Quartalsende an das Statistische Bundesamt melden; das vorläufige Ergebnis erscheint üblicherweise 85 Tage nach dem Berichtsquartal. Danach folgen zwei Revisionen: die erste 175 Tage nach dem Berichtsquartal, die endgültige mit der Veröffentlichung des ersten Quartals des Folgejahres.
Die Zahl „+1,4 Prozent im 1. Quartal 2026“ beschreibt also Kaufverträge, die im Januar bis März 2026 beurkundet und damit im Herbst und Winter davor verhandelt wurden. Für Ihren Verkaufszeitpunkt ist sie ein Rückspiegel, keine Momentaufnahme. Dieselben Gutachterausschüsse leiten aus der Kaufpreissammlung auch die Bodenrichtwerte ab, die anders als der Index kleinräumig vorliegen.
Warum weichen vdp-Index und amtlicher Häuserpreisindex voneinander ab?
Weil sie unterschiedliche Objekte zählen. Der Verband deutscher Pfandbriefbanken meldet gemeinsam mit vdpResearch für das 1. Quartal 2026 ein Plus von 2,3 Prozent bei Wohnimmobilien insgesamt, davon 2,5 Prozent bei selbst genutztem Wohneigentum und 2,2 Prozent bei Mehrfamilienhäusern. Der amtliche Index nennt für dasselbe Quartal 1,4 Prozent.
Der Unterschied steckt in der Grundgesamtheit: Der amtliche Index erfasst nur Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen, die als Kombination von Gebäude und Grundstück verkauft werden, und lässt Zwangsversteigerungen sowie Verkäufe innerhalb der Familie außen vor. Wer ein Mehrfamilienhaus verkaufen will, findet dort keinen Maßstab für sein Objekt. Beide Reihen zeigen für das 1. Quartal 2026 in dieselbe Richtung, ihre Höhe ist nicht gegeneinander aufrechenbar.
Gibt es eine belastbare Preisprognose für 2026 und 2027?
Aus keiner amtlichen Quelle liegt eine datierte Preisprognose für 2026 oder 2027 vor, deshalb nennt dieser Artikel auch keine eigene Zahl. Prüfen Sie jede fremde Prognose auf Urheber, Erscheinungsdatum, benannte Datenbasis und bezifferten Horizont: Angebotspreise aus Inseraten sind etwas anderes als beurkundete Transaktionspreise.
Beobachtbar sind die vorlaufenden Größen. Von Januar bis Mai 2026 wurden 104.700 Wohnungen genehmigt, 15,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, im Mai allein 21.000 Wohnungen und damit 24,7 Prozent mehr. Gemessen am Wohnungsbestand von 44,0 Millionen Wohnungen zum 31.12.2025 bleibt dieser Zuwachs klein und erreicht den Markt erst mit Jahren Verzug. Für Ihre Entscheidung ist der heutige Wert Ihres Objekts der bessere Ausgangspunkt als jede Prognose; eine kostenlose Ersteinschätzung liefert dafür eine erste Spanne, kein Verkehrswertgutachten.
Häufige Fragen
Was ist der Häuserpreisindex und wer berechnet ihn?
Der Häuserpreisindex ist die amtliche Statistik zur Preisentwicklung von Wohnimmobilien, berechnet vom Statistischen Bundesamt unter der Kennung EVAS 61262. Rechtsgrundlage ist seit 2017 die Verordnung (EU) 2016/792; für EU-veranlasste Erhebungen gelten die Vorschriften des Bundesstatistikgesetzes nach § 18 BStatG entsprechend.
Sind Mehrfamilienhäuser im Häuserpreisindex enthalten?
Nein. Die Grundgesamtheit umfasst nur Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Eigentumswohnungen, die als Kombination von Gebäude und Grundstück verkauft werden. Für Mehrfamilienhäuser weist der vdp-Immobilienpreisindex einen eigenen Wert aus, für das 1. Quartal 2026 ein Plus von 2,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.
Was bedeutet die Umbasierung auf 2025 = 100?
Mit der Veröffentlichung im Juni 2026 hat das Statistische Bundesamt den Index auf das Basisjahr 2025 umgestellt, zuvor galt 2015 = 100; die Umstellung erfolgt turnusmäßig alle zehn Jahre. Dabei wurden alle Indizes ab dem 1. Quartal 2000 unter Berücksichtigung methodischer Aktualisierungen neu berechnet. Ältere Texte mit Punktwerten auf der alten Basis nennen deshalb Werte, die das Amt so nicht mehr führt. Die Jahresrate bleibt unberührt: für das 1. Quartal 2026 auf beiden Basen +1,4 Prozent.
Wann erscheinen die Zahlen für das 2. Quartal 2026?
Das vorläufige Ergebnis liegt üblicherweise 85 Tage nach dem Ende des Berichtsquartals vor, für das 2. Quartal 2026 also gegen Ende September 2026. Es folgen zwei Revisionen, die erste 175 Tage nach dem Berichtsquartal.
Gibt es den Häuserpreisindex auch für einzelne Bundesländer oder Städte?
Nein. Der Index wird für die Bundesrepublik insgesamt berechnet, Ergebnisse für einzelne Bundesländer oder Städte liegen nicht vor. Die einzige regionale Gliederung erfolgt nach Kreistypen. Für die Ebene darunter sind die Grundstücksmarktberichte der örtlichen Gutachterausschüsse die passende Quelle.
Fazit
Der amtliche Häuserpreisindex zeigt für das 1. Quartal 2026 ein Plus von 1,4 Prozent zum Vorjahr, eine Erholung mit nachlassendem Tempo und 8,4 Prozent Abstand zum Höchststand von 2022. Die Zahl stammt aus Kaufverträgen, die bei Veröffentlichung im Schnitt gut vier Monate zurücklagen, sie ist noch zweimal revidierbar, und sie enthält weder Mehrfamilienhäuser noch eine Aussage über Ihre Stadt. Für eine Verkaufsentscheidung brauchen Sie zwei Werte, die der Index nicht liefert: den heutigen Wert Ihres Objekts und Ihre eigenen Stichtage. Beginnen Sie mit dem ersten, dafür genügt eine kostenlose Ersteinschätzung.
Quellen
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 219 vom 25.06.2026: Preise für Wohnimmobilien im 1. Quartal 2026, abgerufen im August 2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 101 vom 25.03.2026: Wohnimmobilienpreise im 4. Quartal 2025 und Jahresdurchschnitt 2025, abgerufen im August 2026
- Statistisches Bundesamt, Qualitätsbericht Häuserpreisindex, abgerufen im August 2026
- Statistisches Bundesamt, Methoden Bau- und Immobilienpreisindex (Revisionskalender EVAS 61262), abgerufen im August 2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 241 vom 10.07.2026 (Korrektur): Baupreise für Wohngebäude im Mai 2026, abgerufen im August 2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. 252 vom 17.07.2026: Baugenehmigungen für Wohnungen im Mai 2026, abgerufen im August 2026
- Eurostat, Datensatz prc_hpi_q: Hauspreisindex, vierteljährliche Daten für Deutschland (Ursprungsdaten: Statistisches Bundesamt), Datenstand 02.07.2026, abgerufen im August 2026
- vdp und vdpResearch, Pressemitteilung vom 11.05.2026: vdp-Immobilienpreisindex 1. Quartal 2026, abgerufen im August 2026
- § 195 BauGB, Kaufpreissammlung, abgerufen im August 2026
- § 18 BStatG, Statistische Erhebungen der Europäischen Union, abgerufen im August 2026
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