homemarketpilot
RatgeberImmobilienbewertung

Immobilienwert steigern: Was sich vor dem Verkauf rechnet

Ein Sprung um eine Energieeffizienzklasse war 2023 nur 3 bis 5 Prozentpunkte wert. Sie lesen, welche Maßnahmen vor dem Verkauf Geld bringen und welche Kapital binden.

Hendrik StotzAktualisiert am 21. August 20268 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Klassensprung ist 3 bis 5 Prozentpunkte wert: Bei Eigenheimen mit Bedarfsausweis lag der Abschlag gegenüber Klasse A+ 2023 bei minus 25 Prozent (F), minus 21 (E) und minus 18 (D), gemessen von vdpResearch.
  • Fassadendämmung kostet 160 bis 190 Euro je Quadratmeter: Die Verbraucherzentrale rechnet mit 14 bis 15 Jahren bis zur Amortisation.
  • Sanieren wird teurer: Der Baupreisindex für die Instandhaltung von Wohngebäuden (ohne Schönheitsreparaturen) stand im II. Quartal 2026 bei 144,0 gegenüber 2021 = 100, ein Jahr zuvor bei 136,4 (Statistisches Bundesamt).
  • Neuer Außenputz löst eine Dämmpflicht aus: Die betroffene Fläche darf nach § 36 GModG mit Anlage 7 Nummer 1b 0,24 W/(m²·K) nicht überschreiten; ausgenommen sind nur Änderungen an höchstens 10 Prozent der Bauteilgruppe.
  • Unterlassene Instandhaltung verkürzt die Restnutzungsdauer: So § 4 Abs. 3 ImmoWertV. Modernisierungen strecken sie höchstens auf 70 Prozent der Gesamtnutzungsdauer.

Vor dem Verkauf rechnet sich fast nur, was ohnehin ansteht. Ein Sprung um eine Energieeffizienzklasse war 2023 bei Eigenheimen mit Bedarfsausweis 3 bis 5 Prozentpunkte Angebotspreis wert, deutlich weniger, als die dafür nötige Dämmung kostet. Zuverlässig wirken Mängelbeseitigung mit Kostenvoranschlag, Entrümpelung, Außenwirkung und vollständige Unterlagen: Sie entziehen Abschlagsargumente, statt Kapital zu binden.

Welche Maßnahmen steigern den Immobilienwert vor dem Verkauf wirklich?

Die Trennlinie verläuft zwischen Maßnahmen, die einen bezifferbaren Abschlag verhindern, und Maßnahmen, die Kapital binden. Bezifferbar ist vor allem die Restnutzungsdauer: Nach § 4 Abs. 3 ImmoWertV gilt sie in der Regel als Gesamtnutzungsdauer minus Alter, wobei „durchgeführte Instandsetzungen oder Modernisierungen oder unterlassene Instandhaltungen“ sie verlängern oder verkürzen. Anlage 1 ImmoWertV setzt für Ein- und Zweifamilien-, Doppel- und Reihenhäuser 80 Jahre an, Anlage 2 verteilt Modernisierungspunkte, ist aber ein Modell für die Gutachterausschüsse (§ 12 Abs. 5 Satz 1 ImmoWertV) und ersetzt „nicht die erforderliche sachverständige Würdigung des Einzelfalls“.

Maßnahme Punkte nach Anlage 2 ImmoWertV Löst GModG-Anforderung aus? Belegte Kostenangabe
Dacherneuerung inkl. Wärmedämmung max. 4 ja, Anlage 7: U ≤ 0,24 W/(m²·K) keine amtliche Angabe
Wärmedämmung der Außenwände max. 4 ja, Anlage 7 Nr. 1b: U ≤ 0,24 W/(m²·K) 160–190 €/m² (Verbraucherzentrale)
Erneuerung des Außenputzes ohne Dämmung nicht aufgeführt ja, Anlage 7 Nr. 1b, ab mehr als 10 % der Bauteilgruppe keine amtliche Angabe
Fenster und Außentüren max. 2 ja, Anlage 7: Fenster Uw ≤ 1,3, Außentüren U ≤ 1,8 keine amtliche Angabe
Heizungsanlage max. 2 ja, § 42 Abs. 1 mit § 43 Abs. 1 GModG keine amtliche Angabe
Leitungssysteme (Strom, Gas, Wasser, Abwasser) max. 2 Wärme- und Warmwasserleitungen: § 69 mit Anlage 8 keine amtliche Angabe
Bäder max. 2 nein keine amtliche Angabe
Innenausbau (Decken, Fußböden, Treppen) max. 2 nein Schönheitsreparaturen-Index 136,6
Wesentliche Verbesserung der Grundrissgestaltung max. 2 bei Ausbau: § 39 GModG keine amtliche Angabe
Dämmung der obersten Geschossdecke kein eigenes Element Pflicht nach § 35 Abs. 1 GModG, U ≤ 0,24 keine amtliche Angabe
Entrümpelung, Reinigung, Außenwirkung nicht aufgeführt nein keine amtliche Datengrundlage

Quellen: Anlagen 1, 2 ImmoWertV; §§ 35, 36, 39, 42, 43, 69 und Anlagen 7, 8 GModG, gesetze-im-internet.de, abgerufen im August 2026; Verbraucherzentrale, 22.10.2025. Die Gegenrichtung sammelt die Wertminderung bei Immobilien.

Wie viel Wert bringt ein Sprung im Energieausweis konkret?

Der Abstand zur nächstbesseren Klasse ist deutlich kleiner, als die Gesamtspreizung vermuten lässt. vdpResearch weist die Abschläge gegenüber Klasse A+ für Eigenheime mit Bedarfsausweis in zwei Jahrgängen aus.

Effizienzklasse Abschlag gegenüber A+ 2022 Abschlag gegenüber A+ 2023 Abstand zur nächstbesseren Klasse 2023
A −3 % −6 % 6 Prozentpunkte bis A+
B −6 % −10 % 4 Prozentpunkte
C −8 % −13 % 3 Prozentpunkte
D −12 % −18 % 5 Prozentpunkte
E −15 % −21 % 3 Prozentpunkte
F −19 % −25 % 4 Prozentpunkte
G −21 % −28 % 3 Prozentpunkte
H −25 % −31 % 3 Prozentpunkte

Quelle: vdpResearch, Marktaspekte Wohnimmobilien, © 2024, Eilers/Kunert; hedonische Regression auf Angebotsdaten der Value AG für Ein- und Zweifamilienhäuser mit Bedarfsausweis, kontrolliert nach Lage, Größe, Gebäudealter. Der verwertbare Datenbestand umfasst 2015:I bis 2023:III rund 1,55 Millionen Eigenheim-Inserate; ausgewiesen sind die Jahre 2022 und 2023, für 2023 nur die ersten drei Quartale. Spalte 4: Eigenrechnung.

Es sind Angebotspreise, keine beurkundeten Kaufpreise, und die Autoren halten längere Zeitreihen wegen veränderter gesetzlicher Grundlagen für begrenzt aussagekräftig. Jeder Schritt zwischen zwei Buchstabenklassen lag 2023 bei 3 bis 5 Prozentpunkten, nur der Sprung von A auf A+ bei 6. Klasse G verlor in einem Jahr 7 weitere Prozentpunkte, Klasse H 6. Welche Ausweisart Sie brauchen, klärt der Energieausweis beim Hausverkauf.

Lohnt sich eine energetische Sanierung kurz vor dem Verkauf noch?

In der Regel nur dann, wenn die Arbeiten ohnehin anstehen. Die Verbraucherzentrale rechnet mit 160 bis 190 Euro je Quadratmeter Fassade, im Beispiel 110 Quadratmeter mal 175 Euro abzüglich 15 Prozent Förderung, also 16.360 Euro, bei 1.120 Euro Einsparung im Jahr und 14 bis 15 Jahren Amortisation. Steht die Fassade ohnehin an, sinken die energiebedingten Mehrkosten auf etwa 90 bis 100 Euro je Quadratmeter und die Amortisation auf rund acht Jahre. Das Gegenbeispiel derselben Quelle: eine bereits gedämmte Wand plus Wärmepumpe, 14.900 Euro Investition, 170 Euro Ersparnis im Jahr, über 70 Jahre Amortisation. Fremdfinanzierung kostet zusätzlich 3,76 Prozent p. a. (Bundesbank, Neugeschäft Wohnungsbaukredite an private Haushalte, Zinsbindung über 5 bis 10 Jahre, Juni 2026).

Quartal (Berichtsmonat) Instandhaltung von Wohngebäuden, ohne Schönheitsreparaturen Schönheitsreparaturen in einer Wohnung
II/2021 (Mai) 98,7 99,0
II/2022 (Mai) 114,4 110,1
II/2023 (Mai) 126,7 121,7
II/2024 (Mai) 131,4 126,2
II/2025 (Mai) 136,4 130,4
II/2026 (Mai) 144,0 136,6

Quelle: Statistisches Bundesamt, Baupreisindizes, Originalwerte 2021 = 100, veröffentlicht am 10. Juli 2026. 98,7 auf 144,0 sind 45,9 Prozent in fünf Jahren (Eigenrechnung); die Vorjahresrate von 5,6 Prozent weist das Amt selbst aus.

Was ist Ihre Immobilie heute wert?

Erhalten Sie eine kostenlose Ersteinschätzung auf Basis regionaler Marktdaten. Auf Wunsch bringen wir Sie mit einem geprüften Experten aus Ihrer Region zusammen, unverbindlich und ohne Kosten für Sie.

Kostenlose Ersteinschätzung anfordern

Kostenlos · Unverbindlich · DSGVO-konform

Welche Renovierung löst ungewollt gesetzliche Anforderungen aus?

Der teuerste Fehler ist die kosmetische Fassadensanierung. § 36 Satz 1 GModG verlangt, dass Außenbauteile der Anlage 7, sobald sie „erneuert, ersetzt oder erstmalig eingebaut werden“, auf der betroffenen Fläche die dort genannten Wärmedurchgangskoeffizienten einhalten. Anlage 7 Nummer 1b nennt ausdrücklich Bekleidungen, Verschalungen, Mauervorsatzschalen oder Dämmschichten auf der Außenseite einer bestehenden Wand sowie die Erneuerung des Außenputzes, jeweils mit 0,24 W/(m²·K). Ausgenommen sind nach § 36 Satz 2 GModG Änderungen an höchstens 10 Prozent der Bauteilgruppe; weitere Auslöser der Anlage 7 sind Fenster, Außentüren und Flachdächer. Auch ein Dachgeschossausbau ist kein neutraler Flächenzuwachs: Nach § 39 GModG darf der Transmissionswärmeverlust der neuen Räume das 1,2fache des Referenzgebäudewerts nicht überschreiten, über 50 Quadratmetern kommt sommerlicher Wärmeschutz dazu.

Welche Sanierungspflichten preist ein Käufer nach dem GModG ein?

Drei Punkte, und einer davon ist 2026 entfallen. Erstens die Nachrüstpflicht: § 35 Abs. 1 GModG verlangt für oberste Geschossdecken ohne Mindestwärmeschutz höchstens 0,24 W/(m²·K); ersatzweise genügt die Dachdämmung. Bei höchstens zwei Wohnungen, von denen der Eigentümer am 1. Februar 2002 eine selbst bewohnt hat, trifft sie nach § 35 Abs. 3 GModG erst den neuen Eigentümer, binnen zwei Jahren ab dem ersten Eigentumsübergang nach diesem Stichtag. Zweitens die Heizung: Die §§ 47 bis 55 und 71 bis 73 tragen seit der Novelle vom 23. Juli 2026 den Vermerk „(weggefallen)“, Betriebsverbot und 65-Prozent-Vorgabe kennt der Text nicht mehr. Für Gas-, Heizöl- und Flüssiggasheizungen, die nach dem 29. Juli 2026 in ein bestehendes Gebäude eingebaut werden, gelten nach § 43 Abs. 1 GModG Quoten für Biomethan, Bioöl, biogenes Flüssiggas oder Wasserstoff: 10 Prozent ab 2029, steigend auf 60 Prozent ab 2040. Drittens der CO2-Preis: § 10 Abs. 2 BEHG sieht für 2026 einen Korridor von 55 bis 65 Euro je Zertifikat vor. Die Artikel 2 bis 4 der Novelle wirken erst ab 2027, 2028 und 2030.

Was zieht ein Gutachter für Instandhaltungsstau ab?

Keinen runden Prozentsatz, sondern zwei getrennte Positionen. Anlage 2 ImmoWertV streckt die Restnutzungsdauer durch Modernisierung auf höchstens 70 Prozent der Gesamtnutzungsdauer, bei Kernsanierung auf bis zu 90 Prozent mit dem Sanierungsjahr als Baujahr. Baumängel und Bauschäden dagegen bleiben nach § 8 Abs. 3 ImmoWertV als besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale aus dem vorläufigen Verfahrenswert heraus und kommen erst als marktüblicher Zu- oder Abschlag hinzu, für den ein Kostenvoranschlag die belegte Größenordnung liefert. Wie der Wert dahinter definiert ist, erklärt der Verkehrswert einer Immobilie.

Welche kleinen Maßnahmen bringen pro investiertem Euro am meisten?

Alles, was einen Abschlag verhindert, statt eine Klasse zu kaufen. § 60b Abs. 2 GModG benennt die regelmäßig notwendigen Optimierungsschritte: Vorlauftemperatur absenken, Nachtabsenkung, Zirkulationsbetrieb optimieren, Umwälzpumpe einstellen. Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist das freiwillig: § 60b und § 60c GModG verpflichten nur Gebäude ab sechs Wohnungen. Den größten Hebel hat die Transparenz: Ein Kostenvoranschlag ersetzt den Schätzabschlag durch eine belegte Zahl, und § 434 Abs. 2 BGB knüpft an die vereinbarte Beschaffenheit an, Absatz 3 an die übliche. Für Entrümpelung, Reinigung und Home Staging existiert dagegen keine amtliche Wirkungsmessung; sie binden kein Kapital, ein belegter Preisaufschlag folgt daraus aber nicht. Welche Dokumente dazugehören, listen die Unterlagen für den Hausverkauf.

Welche Reihenfolge ist vor dem Verkauf sinnvoll?

Erst messen, dann rechnen, dann bauen.

  1. Bestandsaufnahme aus Grundbuch, Bauakte und Energieausweis; bei Verbrauchsausweisen misst vdpResearch 2023 nur minus 10 bis minus 21 Prozent.
  2. Kostenvoranschlag für jeden erkannten Mangel.
  3. Auslösetatbestände prüfen: Außenbauteile gegen § 36 GModG und Anlage 7, Ausbauten gegen § 39 GModG.
  4. Nach Sowieso-Kosten entscheiden.
  5. Beratung: § 36 Satz 3 GModG verlangt bei höchstens zwei Wohnungen vor Beauftragung der Planung ein informatorisches Beratungsgespräch mit einer nach § 88 GModG ausstellungsberechtigten Person, wenn für das gesamte Gebäude Berechnungen nach § 38 Abs. 3 GModG erfolgen und das Gespräch unentgeltlich angeboten wird.

Die übrigen Schritte stehen in der Checkliste für den Hausverkauf.

Wann ist Verkaufen ohne Investition die bessere Rechnung?

Wenn die Maßnahme nicht ohnehin ansteht, fremdfinanziert werden müsste und den Verkauf verzögert. Dem Ertrag von 3 bis 5 Prozentpunkten je Klassensprung stehen dann Bausumme, Kapitalkosten und das Risiko eines Baupreisindex gegenüber, der in einem Jahr um 5,6 Prozent gestiegen ist. Dazu kommt rechtlicher Rückenwind: § 35 Abs. 4 GModG lässt die Nachrüstpflicht entfallen, soweit die Aufwendungen „durch die eintretenden Einsparungen nicht innerhalb angemessener Frist erwirtschaftet werden können“. Wer nicht saniert, verkauft eine Pflicht mit, keine Ordnungswidrigkeit. Ob der Zeitpunkt passt, ist eine eigene Frage: jetzt verkaufen oder warten. Die Rechnung braucht zuerst den heutigen Marktwert, den eine kostenlose Ersteinschätzung als Orientierung liefert.

Was ergibt das Rechenbeispiel für ein konkretes Haus?

Ausgangslage (Annahme, keine Bewertung). Einfamilienhaus, Baujahr 1982, 110 Quadratmeter Fassade, Bedarfsausweis Klasse F, Angebotspreis 340.000 Euro. Prozentsätze vdpResearch, Kosten Verbraucherzentrale, Zins Bundesbank, Verknüpfung Eigenrechnung.

Schritt 1, A+-Referenz. Klasse F ist minus 25 Prozent: 340.000 / 0,75 = 453.333 Euro.

Schritt 2, Mehrerlös. F auf E sind 4 Prozentpunkte: 453.333 × 0,04 = 18.133 Euro. Ob die Dämmung die Klasse hebt, entscheidet die neue Bedarfsrechnung.

Schritt 3, Kosten. 110 m² × 175 Euro abzüglich 15 Prozent Förderung = 16.360 Euro.

Schritt 4, Kapitalkosten. Neun Monate zu 3,76 Prozent p. a.: 16.360 × 0,0376 × 9/12 = 461 Euro.

Schritt 5, Saldo. 18.133 − 16.360 − 461 = 1.312 Euro für neun Monate Bauzeit, ohne Puffer für Kostenüberschreitung. Verkaufen ohne Investition ist hier praktisch gleichwertig und schneller.

Gegenprobe: Die Fassade steht ohnehin an. Mehrkosten etwa 95 Euro je Quadratmeter: 110 × 95 = 10.450 Euro, nach Förderung 8.883 Euro, Zinsen 250 Euro. 18.133 − 8.883 − 250 = 9.000 Euro, rund das Siebenfache des ersten Saldos.

Häufige Fragen

Lohnt sich ein neues Bad vor dem Verkauf?

Als Wertargument selten. Anlage 2 ImmoWertV vergibt für Bäder höchstens 2 von 20 Modernisierungspunkten, genauso viel wie für Fenster, Heizung oder Grundriss; die vollen 4 Punkte gibt es nur für Dach und Außenwanddämmung. Ein Bad wirkt auf die Besichtigung, nicht auf die Restnutzungsdauer.

Bringt frisch streichen mehr Geld, als es kostet?

Dafür gibt es keine amtliche Wirkungsmessung, wohl aber eine Kostenzahl: Der Baupreisindex für Schönheitsreparaturen lag im II. Quartal 2026 bei 136,6 gegenüber 2021 = 100. Ein reiner Anstrich der Außenwand ist in Anlage 7 GModG nicht aufgeführt und löst keine Dämmanforderung aus, anders als der neue Außenputz.

Muss ich einen alten Öl- oder Gasheizkessel vor dem Verkauf austauschen?

Nach dem veröffentlichten Gesetzestext nicht: Die §§ 71 bis 73 tragen seit der Novelle vom 23. Juli 2026 den Vermerk „(weggefallen)“, ein Betriebsverbot für alte Heizkessel kennt das Gebäudemodernisierungsgesetz nicht mehr. Wer dagegen nach dem 29. Juli 2026 eine neue Gas-, Heizöl- oder Flüssiggasheizung in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss ab 2029 mindestens 10 und ab 2040 mindestens 60 Prozent der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff erzeugen.

Zahlt sich eine Photovoltaikanlage oder eine Wärmepumpe kurz vor dem Verkauf aus?

Belastbare amtliche Zahlen zum Wiederverkaufswert gibt es nicht, deshalb steht hier keine Prozentzahl. Belegt ist: Anlage 2 ImmoWertV honoriert die Heizungsmodernisierung mit höchstens 2 Punkten, und laut Verbraucherzentrale kommt eine Dämmung bei einem Haus mit Wärmepumpe erst nach über 70 Jahren zurück.

Bekomme ich Fördermittel, wenn ich nur bis zum gesetzlichen Mindestniveau saniere?

Für Effizienzmaßnahmen an bestehenden Gebäuden nicht. § 89 Abs. 1 Satz 2 Nr. 4 GModG lässt die Förderung nur zu, wenn die Anforderungen der §§ 35, 36, 38, 56 und 61 bis 70 übererfüllt werden; für den Umstieg auf erneuerbare Wärme gilt eine eigene Nummer. Die in Bezug genommene Richtlinie ist die BEG EM vom 9. Dezember 2022 (§ 89 Abs. 2 GModG). Fördersätze ändern sich, prüfen Sie den Stand vor der Auftragsvergabe.

Wie viel Zeit sollte ich für Maßnahmen einplanen?

Rechnen Sie jede Bauzeit als Verzögerungskosten mit. Bei 16.360 Euro Fremdfinanzierung und 3,76 Prozent p. a. kosten neun Monate rund 460 Euro reine Zinsen.

Fazit

Die Rendite einer Maßnahme hängt an einer Frage: Steht die Arbeit ohnehin an? Nur dann übersteigt der Mehrerlös aus 3 bis 5 Prozentpunkten die Summe aus Bausumme, Zins und Bauzeit. Alles andere ist Transparenzarbeit: Mängel benennen, Kostenvoranschläge beilegen, Unterlagen vollständig machen. Starten Sie mit dem heutigen Marktwert, etwa über eine kostenlose Ersteinschätzung, und stellen Sie jede Investition daneben; weitere Bewertungsfragen sammelt der Ratgeber zur Immobilienbewertung. Ob eine Maßnahme eine GModG-Anforderung auslöst, klärt vorab eine nach § 88 GModG ausstellungsberechtigte Person, die vertragliche Abbildung eines Mangels das Notariat oder eine Fachanwaltschaft für Bau- und Immobilienrecht.

Quellen

  • § 4 ImmoWertV, Restnutzungsdauer, abgerufen im August 2026
  • § 8 ImmoWertV, besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale, abgerufen im August 2026
  • Anlage 2 ImmoWertV, Modernisierungspunkte und Restnutzungsdauer, abgerufen im August 2026
  • § 35 GModG, Nachrüstpflicht oberste Geschossdecke, abgerufen im August 2026
  • § 36 GModG, Anforderungen bei Änderung von Außenbauteilen, abgerufen im August 2026
  • § 39 GModG, Erweiterung und Ausbau, abgerufen im August 2026
  • § 43 GModG, Quoten für neu eingebaute Gas- und Ölheizungen, abgerufen im August 2026
  • § 60b GModG, Prüfung und Optimierung älterer Heizungsanlagen, abgerufen im August 2026
  • § 89 GModG, Förderung nur bei Übererfüllung, abgerufen im August 2026
  • § 10 BEHG, CO2-Preiskorridor 2026, abgerufen im August 2026
  • § 434 BGB, Sachmangel, abgerufen im August 2026
  • vdpResearch, Marktaspekte Wohnimmobilien 2024, abgerufen im August 2026
  • Verbraucherzentrale, Rechenbeispiele für eine Fassadendämmung, abgerufen im August 2026
  • Statistisches Bundesamt, Baupreisindizes für die Instandhaltung von Wohngebäuden, abgerufen im August 2026
  • Deutsche Bundesbank, Einlagen- und Kreditzinssätze, abgerufen im August 2026
sanierunghausverkaufimmobilienbewertungenergieausweisgeg

Verwandte Artikel