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Quadratmeterpreis Immobilie: Was die Zahl wirklich sagt

Von 8.650 Euro je Quadratmeter in München bis 570 Euro im Kyffhäuserkreis: Sie erfahren, welche Fläche zählt und warum die Kennzahl allein keinen Preis ergibt.

Hendrik StotzAktualisiert am 7. August 202611 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Formel und Bezugsgröße: Kaufpreis geteilt durch Wohnfläche. Maßstab ist die Wohnflächenverordnung, zwingend gilt sie nur im geförderten Wohnungsbau (§ 1 Abs. 1 WoFlV).
  • 25 Prozent: Balkone, Loggien, Dachgärten und Terrassen zählen „in der Regel zu einem Viertel, höchstens jedoch zur Hälfte“ (§ 4 Nr. 4 WoFlV). Keller, Waschküche und Garage zählen gar nicht (§ 2 Abs. 3 WoFlV).
  • 2.420 Euro: Bundesmittel je m² Wohnfläche für gebrauchte freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser 2025, gebrauchte Reihenhäuser und Doppelhaushälften 2.470 Euro, gebrauchte Eigentumswohnungen 2.390 Euro, Neubauwohnungen 4.460 Euro (AK OGA und BBSR, 24.06.2026).
  • Faktor gut 15: So weit spreizt dieselbe Kennzahl 2025 zwischen München mit 8.650 Euro und dem Kyffhäuserkreis mit 570 Euro.
  • 10.400 gegen 7.750 Euro: So weit liegen Münchner Reihenmittelhäuser mit identisch 115 m² Wohnfläche und 205 m² Grundstück auseinander, nur wegen Neubau gegen Wiederverkauf (Gutachterausschuss München, Herbstanalyse 2025).
  • Kein Preis: § 25 ImmoWertV verlangt „hinreichend übereinstimmende Grundstücksmerkmale“ und zeitliche Nähe zum Stichtag. Quadratmeterpreis mal Wohnfläche ergibt deshalb keinen Angebotspreis.

Der Quadratmeterpreis ist der Kaufpreis geteilt durch die Wohnfläche. Er beschreibt eine Beziehung zwischen zwei Zahlen, keinen Wert. Wie wenig er allein trägt, zeigt die amtliche Spreizung: 8.650 Euro je Quadratmeter in München gegen 570 Euro im Kyffhäuserkreis, beides Ein- und Zweifamilienhäuser, beides Berichtsjahr 2025. Ohne Anpassung an Lage, Baujahr, Zustand und Grundstück bleibt die Zahl ein Etikett.

Welche vier Kennzahlen heißen „Euro je Quadratmeter“?

Kennzahl Bezugsgröße Rechtsgrundlage Bodenwert enthalten? Größenordnung
Kaufpreis je m² Wohnfläche Wohnfläche des Gebäudes § 20 Abs. 3 ImmoWertV (Gebäudefaktor) In Marktberichten ja, dort steckt der Gesamtkaufpreis im Zähler; nein bei Faktoren, die sich nur auf das Gebäude beziehen (§ 183 Abs. 2 BewG) 2.390 bis 4.460 Euro im Bundesmittel 2025
Bodenrichtwert Grundstücksfläche § 13 Abs. 1 ImmoWertV Reiner Bodenwert, ohne Gebäude Zonenwert, Regelturnus alle zwei Jahre (§ 196 Abs. 1 BauGB)
Gezahlter Baulandpreis je m² Grundstücksfläche Kaufpreissammlung, § 195 Abs. 1 BauGB Reiner Bodenwert In München lagen die Preise für individuelle Wohnbaugrundstücke im 1. bis 3. Quartal 2025 rund 16 % unter den Bodenrichtwerten zum 01.01.2024
Kaufpreis je m² wertrelevante Geschossfläche Geschossfläche Auswertung des Gutachterausschusses Ja, Gesamtobjekt Berlin 2025: 3.830 Euro (Ein- und Zweifamilienhäuser), 2.035 Euro (Mietwohnhäuser)

Quellen: ImmoWertV und BauGB (gesetze-im-internet.de); Gutachterausschuss München, Herbstanalyse 2025; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin, Pressemitteilung vom 31.07.2026; AK OGA und BBSR, Immobilienmarktbericht Deutschland vom 24.06.2026.

Die vierte Zeile ist der Grund, warum Vergleiche so oft schiefgehen. Berlin weist Eigentumswohnungen je Quadratmeter Wohnfläche aus, Ein- und Zweifamilienhäuser sowie Mietwohnhäuser dagegen je Quadratmeter wertrelevanter Geschossfläche. Wer 8.108 Euro für Berliner Neubauwohnungen gegen 2.035 Euro für Mietwohnhäuser stellt, vergleicht also nicht teuer mit günstig, sondern zwei verschiedene Nenner aus demselben Bericht.

Wie berechne ich den Quadratmeterpreis meiner Immobilie richtig?

Kaufpreis geteilt durch Wohnfläche, und die Wohnfläche ist der schwierige Teil. Gemessen wird nach § 3 Abs. 1 WoFlV „nach den lichten Maßen zwischen den Bauteilen“, also innen ab Vorderkante der Bekleidung, nicht nach Außenmaßen. Grundlage darf eine Ausmessung im fertigen Raum oder eine Bauzeichnung sein; weicht der Bau von der Zeichnung ab, ist neu zu messen.

Zwei Posten fallen dabei heraus, die viele Eigentümer mitzählen: Treppen mit über drei Steigungen samt Treppenabsätzen sowie Schornsteine, Vormauerungen und Säulen mit einer Höhe von mehr als 1,50 m und mehr als 0,1 m² Grundfläche bleiben nach § 3 Abs. 3 WoFlV außer Betracht. Eingerechnet werden dagegen Einbaumöbel, fest eingebaute Öfen und Badewannen sowie Fuß- und Sockelleisten. Der Quadratmeterpreis ist damit keine Messgröße, sondern das Ergebnis einer Rechenvorschrift.

Welche Flächen zählen zur Wohnfläche und welche nicht?

Fläche oder Raum Anrechnung Rechtsgrundlage
Räume und Raumteile ab 2 m lichter Höhe 100 % § 4 Nr. 1 WoFlV
Raumteile ab 1 m und unter 2 m (Dachschräge) 50 % § 4 Nr. 2 WoFlV
Raumteile unter 1 m lichter Höhe 0 % § 4 WoFlV (nicht aufgeführt)
Beheizbarer Wintergarten 100 % § 2 Abs. 2 Nr. 1 in Verbindung mit § 4 Nr. 1 WoFlV
Unbeheizbarer Wintergarten, Schwimmbad 50 % § 4 Nr. 3 WoFlV
Balkon, Loggia, Dachgarten, Terrasse in der Regel 25 %, höchstens 50 % § 4 Nr. 4 WoFlV
Keller, Abstellraum außerhalb der Wohnung, Waschküche, Bodenraum, Trockenraum, Heizungsraum, Garage 0 % § 2 Abs. 3 Nr. 1 WoFlV
Hobbyraum im Keller ohne bauordnungsrechtliche Eignung 0 % § 2 Abs. 3 Nr. 2 WoFlV
Geschäftsraum in der Wohnung 0 % § 2 Abs. 3 Nr. 3 WoFlV

Quelle: Wohnflächenverordnung, §§ 2 bis 4 (gesetze-im-internet.de), abgerufen im August 2026.

Zwei Zeilen entscheiden in der Praxis. Beim Balkon setzt § 4 Nr. 4 WoFlV den Regelfall bei einem Viertel an, die Hälfte ist begründungsbedürftige Obergrenze: Bei 12 m² Terrasse liegen zwischen beiden Ansätzen 3 m² Wohnfläche. Der ausgebaute Keller zählt nach § 2 Abs. 3 Nr. 2 WoFlV nur mit, wenn er den bauordnungsrechtlichen Anforderungen an einen Aufenthaltsraum genügt. Ein tapezierter Hobbyraum ohne diese Eignung bleibt bei null, egal wie er genutzt wird.

Warum kommt bei jeder Wohnflächenberechnung eine andere Zahl heraus?

Weil es für den freihändigen Verkauf keine verbindliche Methode gibt. § 1 Abs. 1 WoFlV bindet ausdrücklich nur Berechnungen nach dem Wohnraumförderungsgesetz. Für ein frei finanziertes Reihenhaus ist die Verordnung ein Standard, den die Rechtsprechung und der Markt anerkennen, aber kein Zwang. Wer im Exposé eine andere Grundlage verwendet, verstößt gegen keine Norm, solange er es offenlegt.

Die zweite Quelle für Abweichungen ist die DIN 277 in der Fassung von August 2021, „Grundflächen und Rauminhalte im Hochbau“. Sie arbeitet mit Brutto-Grundfläche, Konstruktions-Grundfläche, Netto-Raumfläche und Nutzungsfläche. Einen Begriff der Wohnfläche kennt sie nicht. Eine nach DIN 277 ermittelte Fläche fällt deshalb systematisch größer aus, weil sie weder Dachschrägen halbiert noch Keller und Heizungsraum ausschließt. Steht im Bauträgerprospekt eine Fläche nach DIN 277 und in der Maklerunterlage eine nach WoFlV, sind beide korrekt und trotzdem nicht vergleichbar. Welche Angaben im Verkaufsdokument bindend werden und welche nicht, behandelt der Beitrag zum Exposé.

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Wie viel macht eine falsche Wohnfläche aus? 105 gegen 136 Quadratmeter

Ein Reihenhaus wird für 495.000 Euro verkauft. Erd- und Obergeschoss haben 96,0 m² mit voller Raumhöhe, das Dachgeschoss 14,0 m² unter Schräge zwischen 1 m und 2 m, dazu ein Balkon mit 8,0 m² und ein Hobbyraum im Keller mit 18,0 m² ohne bauordnungsrechtliche Eignung.

Nach der Wohnflächenverordnung sind das 96,0 m² plus 7,0 m² (halbe Dachschräge) plus 2,0 m² (ein Viertel Balkon) gleich 105,0 m², also 495.000 Euro geteilt durch 105,0 m² und damit rund 4.714 Euro je Quadratmeter. Zählt der Eigentümer alle vier Posten voll, kommt er auf 136,0 m² und rechnerisch auf rund 3.640 Euro, also 1.074 Euro weniger für dieselbe Immobilie.

Umgekehrt wirkt der Fehler härter. Wer einen Vergleichswert von 3.900 Euro je Quadratmeter mit 136,0 m² multipliziert, landet bei 530.400 Euro, mit den korrekten 105,0 m² bei 409.500 Euro. Zwischen beiden Angebotspreisen liegen 120.900 Euro, allein aus dem Nenner. Eine belastbare Ersteinschätzung Ihrer Immobilie beginnt deshalb bei der Wohnfläche, nicht beim Durchschnittspreis.

Warum liegen die Quadratmeterpreise auf Portalen über den gezahlten Preisen?

Weil Portale Angebotspreise auswerten und die amtliche Statistik beurkundete Kaufpreise. Nach § 195 Abs. 1 BauGB ist jeder Vertrag über die entgeltliche Übertragung von Grundstückseigentum „von der beurkundenden Stelle in Abschrift dem Gutachterausschuss zu übersenden“. Daraus entsteht die Kaufpreissammlung, und darauf beruht der Häuserpreisindex des Statistischen Bundesamts: „Die Gutachterausschüsse übermitteln quartalsweise die Daten über Käufe von Wohnimmobilien wie Preise und Eigenschaften der verkauften Immobilien online an das Statistische Bundesamt.“ Berechnet wird der Index über hedonische Regressionen, die Qualitätsunterschiede wie Wohnfläche und Lage herausrechnen.

Ein Inserat dokumentiert dagegen nur eine Preisvorstellung. Es sagt nichts darüber, ob das Objekt verkauft wurde, zu welchem Betrag und nach wie vielen Monaten. Deshalb weichen die Deutschland-Durchschnitte großer Portale im selben Monat deutlich voneinander ab: Grundgesamtheit, Objektmischung und Erhebungszeitraum sind verschieden.

Wo finde ich den amtlichen Quadratmeterpreis für meine Lage?

Beim Gutachterausschuss Ihres Kreises oder Ihrer kreisfreien Stadt. Er ermittelt nach § 193 Abs. 5 BauGB neben den Bodenrichtwerten auch Vergleichsfaktoren für bebaute Grundstücke, bezogen auf eine Raum- oder Flächeneinheit (Gebäudefaktor). Diese Faktoren stehen in den Grundstücksmarktberichten, meist als Mittelwert mit Spanne, getrennt nach Objektart, Baujahr und Lage. Den Bodenrichtwert je Quadratmeter Grundstücksfläche fragen Sie separat über die BORIS-Portale ab.

Kreis oder Stadt (2025) Euro je m² Wohnfläche Verhältnis zum Bundesmittel
München 8.650 3,6-fach
Frankfurt am Main 5.240 2,2-fach
Stuttgart 5.210 2,2-fach
Hamburg 4.780 2,0-fach
Bundesmittel 2.420 1,0-fach
Salzlandkreis 880 0,36-fach
Mansfeld-Südharz 700 0,29-fach
Kyffhäuserkreis 570 0,24-fach

Quelle: AK OGA und BBSR, Immobilienmarktbericht Deutschland, Pressemitteilung vom 24.06.2026, Ein- und Zweifamilienhäuser im Berichtsjahr 2025. Verhältniswerte eigene Berechnung.

Achten Sie auf das Alter der Zahl. Bodenrichtwerte werden nach § 196 Abs. 1 BauGB im Regelfall nur zu Beginn jedes zweiten Kalenderjahres ermittelt, Auskunft darüber kann nach Absatz 3 jedermann verlangen. Eine solche Auskunft bildet damit unter Umständen Marktverhältnisse ab, die zwei Jahre zurückliegen.

Warum kostet eine kleine Wohnung pro Quadratmeter mehr als eine große?

Weil der Nenner schneller wächst als der Preis. Der Effekt verschiebt ganze Statistiken, und der Berliner Gutachterausschuss dokumentiert das in seiner Marktanalyse zum 1. Halbjahr 2025 selbst: Der mittlere Kaufpreis für Eigentumswohnungen im Neubau stieg um 12 Prozent. Ursache war „eine große Anzahl verkaufter Mikroapartments im Bezirk Treptow-Köpenick“ mit bis zu 30 m² Wohnfläche und rund 10.000 Euro je Quadratmeter, 193 Kauffälle statt 118 im Vorjahr. Als ein einziger Kauffall gewertet, bleibt ein Anstieg von 4 Prozent.

Zwölf Prozent oder vier Prozent, dieselbe Stadt, dasselbe Halbjahr, derselbe Datenbestand. Auch die Verordnung kennt diesen Größeneffekt: § 19 Abs. 1 ImmoWertV sieht Umrechnungskoeffizienten vor, um „Wertunterschiede ansonsten gleichartiger Grundstücke“ auszugleichen, die aus Grundstücksgröße oder Maß der baulichen Nutzung folgen. Ein Durchschnittspreis aus dem Marktbericht passt also nur dann auf Ihre Wohnung, wenn die Größenklasse stimmt. Wie Sie die richtige Vergleichsgruppe finden, zeigt unser Beitrag dazu, was Ihre Wohnung wert ist.

Warum haben zwei Häuser mit derselben Wohnfläche verschiedene Quadratmeterpreise?

Weil die Kennzahl alles ausblendet, was nicht Wohnfläche ist. Der Gutachterausschuss München weist für das 1. bis 3. Quartal 2025 sechs Haustypen in durchschnittlichen und guten Wohnlagen aus, vier davon zeigen das Muster.

Objekttyp (1. bis 3. Quartal 2025) Kaufpreis im Mittel Wohnfläche Grundstück Euro je m² Wohnfläche
Reihenmittelhaus, Neubau 1.205.000 Euro ca. 115 m² ca. 205 m² rund 10.400
Reihenmittelhaus, Wiederverkauf 880.000 Euro ca. 115 m² ca. 205 m² rund 7.750
Reiheneckhaus, Wiederverkauf 1.025.000 Euro ca. 125 m² ca. 315 m² rund 8.200
Doppelhaushälfte, Wiederverkauf 1.105.000 Euro ca. 140 m² ca. 385 m² rund 8.200

Quelle: Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Landeshauptstadt München, Herbstanalyse 2025.

Die ersten beiden Zeilen haben identische Wohnfläche und identische Grundstücksfläche. Zwischen ihnen liegen 2.650 Euro je Quadratmeter, allein aus Baujahr und Zustand. Wie stark Sanierungsstau und Modernisierungsgrad wirken, behandeln wir gesondert unter Wertminderung der Immobilie.

Die letzten beiden Zeilen sind der Gegenfall: derselbe Quadratmeterpreis von rund 8.200 Euro, aber 385 m² Grundstück gegen 315 m². Die 70 m² Unterschied tauchen in der Kennzahl nicht auf, weil sie nicht im Nenner stehen. Genau davor warnt auch das Steuerrecht: Nach § 183 Abs. 2 BewG ist bei Vergleichsfaktoren, „die sich nur auf das Gebäude beziehen“, der Bodenwert gesondert zu berücksichtigen.

Kann ich meinen Angebotspreis aus Quadratmeterpreis mal Wohnfläche bilden?

Nein, jedenfalls nicht ohne Anpassung. § 25 ImmoWertV lässt als Vergleichspreise nur Kaufpreise von Grundstücken zu, die „hinreichend übereinstimmende Grundstücksmerkmale aufweisen“ und in „hinreichender zeitlicher Nähe zum Wertermittlungsstichtag“ verkauft wurden. § 9 Abs. 2 ImmoWertV schließt zusätzlich Kaufpreise aus, bei denen nicht angenommen werden kann, „dass sie nicht durch ungewöhnliche oder persönliche Verhältnisse beeinflusst worden sind“. Der Verkauf unter Geschwistern in der Nachbarstraße taugt deshalb nicht als Referenz, obwohl er beurkundet wurde.

Ein Quadratmeterpreis aus einem Marktbericht ist ein Ausgangswert für ein Normobjekt, kein Ergebnis. § 20 Abs. 2 ImmoWertV definiert Vergleichsfaktoren als „durchschnittliche, auf eine geeignete Bezugseinheit bezogene Werte für Grundstücke mit bestimmten wertbeeinflussenden Grundstücksmerkmalen (Normobjekte)“. Erst die Anpassung an Ihr Objekt führt zum Verkehrswert nach § 194 BauGB. Wer statt eines Durchschnittswerts eine belastbare Spanne braucht, kommt über die kostenlose Ersteinschätzung schneller dorthin als über jede Multiplikation.

Wann ist der Quadratmeterpreis die falsche Kennzahl?

Immer dann, wenn nicht die Fläche den Wert trägt, sondern der Ertrag oder der Boden. Bei vermieteten Mehrfamilienhäusern arbeiten die Gutachterausschüsse deshalb mit Ertragsfaktoren, also dem Vielfachen des Jahresrohertrags; § 20 Abs. 3 ImmoWertV nennt beide Formen nebeneinander. Für Renditeobjekte ist der Kaufpreisfaktor die aussagekräftigere Kennzahl. Bei unbebauten Grundstücken zählt allein der Quadratmeter Grundstücksfläche nach § 13 Abs. 1 ImmoWertV.

Auch als Trendindikator taugt ein einzelner Durchschnittswert wenig, weil sich Teilmärkte gegenläufig bewegen. Im 1. Quartal 2026 verteuerten sich Eigentumswohnungen laut Statistischem Bundesamt in dünn besiedelten ländlichen Kreisen um 3,6 Prozent, in den sieben größten Metropolen um 0,3 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern war es umgekehrt: plus 1,4 Prozent in den Top 7, minus 0,8 Prozent im ländlichen Raum. Wie sich das einordnen lässt, zeigt unsere Übersicht zur Preisentwicklung am Wohnimmobilienmarkt.

Häufige Fragen

Ist der Bodenrichtwert dasselbe wie der Quadratmeterpreis?

Nein, die Bezugsgröße ist eine andere. Der Bodenrichtwert ist nach § 13 Abs. 1 ImmoWertV „bezogen auf einen Quadratmeter Grundstücksfläche“ und beschreibt nur den Boden, der Quadratmeterpreis einer bebauten Immobilie dagegen die Wohnfläche des Gebäudes. Beide Zahlen lassen sich weder ineinander umrechnen noch addieren.

Wie viel einer Dachschräge zählt zur Wohnfläche?

Nach § 4 Nr. 2 WoFlV zählen Raumteile ab einem Meter und unter zwei Metern lichter Höhe zur Hälfte. Ab zwei Metern zählen sie voll, unter einem Meter gar nicht, weil § 4 WoFlV diesen Bereich nicht aufführt. Maßgeblich ist die lichte Höhe im fertigen Raum.

Darf ich den Balkon mit 50 Prozent ansetzen?

Nur mit Begründung. § 4 Nr. 4 WoFlV nennt „in der Regel zu einem Viertel, höchstens jedoch zur Hälfte“. Der Viertelansatz ist der Normalfall, die Hälfte die Ausnahme für besonders hochwertige oder geschützte Freiflächen. Halten Sie den Grund in der Wohnflächenberechnung fest.

Was ist ein guter Quadratmeterpreis für ein Haus?

Das lässt sich nur regional beantworten. Im Bundesmittel wurden 2025 für gebrauchte freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser 2.420 Euro je Quadratmeter gezahlt; der Immobilienmarktbericht nennt für München 8.650 Euro und für den Kyffhäuserkreis 570 Euro. Maßstab ist der Wert Ihres Kreises für Ihre Objektart und Baujahrsklasse.

Muss ich die Wohnfläche vor dem Verkauf neu vermessen lassen?

Verpflichtet sind Sie nicht, weil § 1 Abs. 1 WoFlV nur den geförderten Wohnungsbau bindet. Sinnvoll ist es, wenn die Berechnung älter ist als der letzte Umbau, wenn Dachschrägen, Balkone oder ein ausgebauter Keller im Spiel sind oder wenn Unterlagen sich widersprechen.

Rechnet das Finanzamt auch mit Quadratmeterpreisen?

Teilweise. § 183 Abs. 2 BewG erlaubt Vergleichsfaktoren je Flächeneinheit des Gebäudes, verlangt aber den gesonderten Ansatz des Bodenwerts nach § 179 BewG, wenn sich der Faktor nur auf das Gebäude bezieht. Für Erbschaft-, Schenkung- oder Grundsteuerfragen klären Sie die Bewertung mit einem Steuerberater.

Fazit

Der Quadratmeterpreis ist eine gesetzlich vorgesehene Kennzahl, aber eine Bezugsgröße und kein Wert. Sein Nenner trägt nur, wenn die Wohnfläche sauber nach den §§ 2 bis 4 WoFlV ermittelt wurde, sein Zähler nur, wenn er aus beurkundeten Kaufpreisen vergleichbarer Objekte stammt. Grundstück, Baujahr, Zustand und Lage bleiben in der Zahl unsichtbar. Prüfen Sie deshalb zuerst Ihre Wohnflächenberechnung auf Balkon, Dachschräge und Kellerräume, holen Sie dann den Gebäudefaktor Ihres Gutachterausschusses und ordnen Sie beides im Ratgeber zur Immobilienbewertung ein.

Quellen

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