Fertighaus verkaufen: Wert, Baujahr und Schadstoffe
Fertighaus verkaufen ohne Mythos-Abschlag: ImmoWertV und BelWertV setzen 80 Jahre für alle Wohnhäuser an. Was Baujahr, Bauzustand und Unterlagen wirklich bewegen.
Das Wichtigste in Kürze
- Massivhaus ±0, Fertighaus-Massiv ±0, Fertighaus-Holz −0,072: So korrigiert der Berliner Gutachterausschuss seinen Sachwertfaktor nach der Gebäudekonstruktion; der Bauzustand bewegt dort +0,179 bis −0,141, rund das Viereinhalbfache (eigene Rechnung).
- 80 Jahre für alle: Anlage 1 ImmoWertV setzt für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser 80 Jahre Gesamtnutzungsdauer an, Anlage 2 BelWertV denselben Maximalsatz für Wohnhäuser, beide ohne Unterscheidung nach Bauweise.
- Kein Fertighaus im Normtext: In Anlage 4 ImmoWertV kommen Fertighaus, Fertighäuser und Fertigbau nicht vor; über den Kostenkennwert entscheiden neun gewichtete Standardmerkmale, die Außenwände allein mit 23 Wägungsanteilen.
- 31. Oktober 1993: Seit diesem Tag sind Herstellung, Inverkehrbringen und Verwendung von Asbest verboten; für funktionstüchtige Asbestzementprodukte besteht laut Umweltbundesamt kein generelles Sanierungsgebot.
- Bedarfsausweis bei Bauantrag vor dem 1. November 1977: § 80 Abs. 3 Satz 2 GModG verlangt ihn beim Verkauf von Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohnungen, mit zwei Ausnahmen in Satz 3.
Ein gebrauchtes Fertighaus wird nach denselben Regeln bewertet wie ein Massivhaus, die ImmoWertV kennt keinen Fertighaus-Abschlag. Der amtliche Beleg aus Berlin: Fertighaus-Massiv ±0, Fertighaus-Holz minus 0,072, während der Bauzustand zwischen plus 0,179 und minus 0,141 ausschlägt.
Ist ein gebrauchtes Fertighaus weniger wert als ein vergleichbares Massivhaus?
Nicht pauschal, und der amtliche Zahlenbeleg fällt kleiner aus, als der Mythos verspricht. Der Berliner Gutachterausschuss wertet die Gebäudekonstruktion als eigenes Korrekturmerkmal aus: Massivhaus ±0, Fertighaus-Massiv ±0, Fertighaus-Holz minus 0,072. Grundlage sind 3.297 Kauffälle der Jahre 2022 bis 2024, gültig nur im Berliner Modell und nur innerhalb der 5- und 95-Prozent-Perzentile. Welche Merkmale ein Modell auswertet, entscheidet jeder Gutachterausschuss selbst, wie die niedersächsische Modellbeschreibung zu Sachwertfaktoren festhält. Eine bundesweite Fertighaus-Regel gibt es also nicht; den Ausgangswert für Ihre Region liefert eine kostenlose Ersteinschätzung, eine Orientierung, kein Gutachten.
| Merkmal | Ausprägung | Zu- oder Abschlag |
|---|---|---|
| Gebäudekonstruktion | Massivhaus | ±0 |
| Gebäudekonstruktion | Fertighaus-Massiv | ±0 |
| Gebäudekonstruktion | Fertighaus-Holz | −0,072 |
| Bauzustand | gut / normal / schlecht | +0,179 / ±0 / −0,141 |
| Baujahresgruppe | bis 1919 / 1920 bis 1948 / 1949 bis 1970 / 1971 bis 1990 / 1991 bis 2009 / 2010 bis 2019 / ab 2020 | ±0 / −0,061 / −0,123 / ±0 / +0,106 / ±0 / ±0 |
| Gebäudeart | freistehendes Ein- oder Zweifamilienhaus / Doppelhaushälfte / Reihenendhaus / Reihenmittelhaus | ±0 / +0,084 / +0,201 / +0,341 |
| Stadträumliche Wohnlage | einfach / mittel / gut | −0,043 / ±0 / +0,075 |
| Bauerrichtungsvertrag | mit Kaufvertrag beurkundet / nicht beurkundet | −0,081 / ±0 |
Quelle: Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin, Sachwertfaktoren 2025 zum Stichtag 31.12.2024, Stand 04.02.2026, Amtsblatt Berlin Nr. 29 vom 11.07.2025, S. 1852 ff.; für Villen und Landhäuser nicht anwendbar. Abgerufen im August 2026.
Nach welchem Verfahren wird ein Fertighaus überhaupt bewertet?
Nach demselben Katalog wie jedes andere Wohnhaus, aber mit einem Startvorteil aus der Serienfertigung. § 6 Abs. 1 ImmoWertV lässt die Wahl zwischen Vergleichswert-, Ertragswert- und Sachwertverfahren nach Eignung der Daten und verlangt, sie zu begründen. Typenhäuser stehen häufig baugleich in Serie in derselben Siedlung, und genau darauf zielt § 25 ImmoWertV mit seinen hinreichend übereinstimmenden Grundstücksmerkmalen: Wo baugleiche Nachbarhäuser zuletzt verkauft wurden, trägt das Vergleichswertverfahren weiter als jede Herstellungskostenrechnung. Zielgröße bleibt der Verkehrswert nach § 194 BauGB.
| Frage | Fundstelle | Befund |
|---|---|---|
| Gibt es eine eigene Gebäudeart Fertighaus in den Normalherstellungskosten 2010? | Anlage 4 ImmoWertV | Nein. Die Wörter Fertighaus, Fertighäuser und Fertigbau kommen im gesamten Anlagentext nicht vor. |
| Wo trennt die Anlage überhaupt nach Konstruktionsart? | Anlage 4 Nr. II ImmoWertV | Nur bei Bürogebäuden (6.1 Massivbau, 6.2 Stahlbetonskelettbau), industriellen Produktionsgebäuden (15.4 Massivbauweise, 15.5 überwiegend Skelettbauweise) und Garagen (Standardstufe 3 Fertiggaragen, Stufen 4 und 5 Massivbauweise). |
| Worüber entscheidet sich der Kostenkennwert eines Wohnhauses dann? | Anlage 4 Nr. III.1 ImmoWertV | Über neun gewichtete Standardmerkmale: Außenwände 23 Wägungsanteile, Dach 15, Fenster und Außentüren 11, Innenwände und Innentüren 11, Deckenkonstruktion und Treppen 11. |
| Kennt die Gesamtnutzungsdauer einen Fertighaus-Abschlag? | Anlage 1 ImmoWertV (zu § 12 Abs. 5 Satz 1) | Nein. Freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, Doppelhäuser, Reihenhäuser: 80 Jahre, ohne Unterscheidung nach Bauweise. |
| Und bei der Beleihungswertermittlung der Banken? | Anlage 2 BelWertV (zu § 12 Abs. 2) | Maximalsatz bei wohnwirtschaftlicher Nutzung: Wohnhäuser 80 Jahre, ebenfalls ohne Unterscheidung nach Bauweise. |
Quellen: Anlagen 1 und 4 ImmoWertV, Anlage 2 BelWertV, gesetze-im-internet.de, abgerufen im August 2026. Einzelkennwerte der Gebäudearten: Sachwertverfahren.
Welche Rolle spielt das Baujahr, wenn Sie ein Fertighaus verkaufen?
Es ist die zentrale Preisfrage, und verschweigen können Sie es nicht: § 87 Abs. 1 Nr. 4 GModG macht das im Energieausweis genannte Baujahr bei Wohngebäuden zur Pflichtangabe jeder Immobilienanzeige in kommerziellen Medien, sofern dann ein Ausweis vorliegt. Beim Fertighaus verrät das Baujahr zugleich den Wandaufbau, und der ist teuer: Anlage 4 Nr. III.1 ImmoWertV stuft die Außenwände, mit 23 Wägungsanteilen das schwerste Merkmal, an Zeitmarken ein, Stufe 1 bei keinem oder deutlich nicht zeitgemäßem Wärmeschutz (vor ca. 1980), Stufe 3 bei Wärmedämmverbundsystem oder Wärmedämmputz (nach ca. 1995). Welche Stufe gilt, belegt die Baubeschreibung des Herstellers, nicht der Verkaufsprospekt.
Wie wirkt die Restnutzungsdauer bei einem Fertighaus von 1978?
Sie ist der größte Hebel, und sie ist bauweisenneutral definiert. Die Gesamtnutzungsdauer bezeichnet nach § 4 Abs. 2 ImmoWertV die Jahre wirtschaftlicher Nutzbarkeit ab Baujahr, Anlage 1 ImmoWertV setzt dafür 80 Jahre an. Ein Fertighaus von 1978 ist 2026 also 48 Jahre alt und startet modellhaft mit 32 Jahren Restnutzungsdauer, genau wie ein gemauertes Haus desselben Jahrgangs (eigene Rechnung). Verlängert wird sie nach § 4 Abs. 3 Satz 3 ImmoWertV durch Instandsetzungen und Modernisierungen, verkürzt durch unterlassene Instandhaltung. Im Berliner Katalog wurden dagegen nur ursprüngliche Baujahre angesetzt, ohne Korrektur wegen Modernisierungen: Ihre Nachweise wirken über die Restnutzungsdauer, nicht über die Baujahresgruppe. Steuerlich vertieft das Restnutzungsdauer-Gutachten, die übrigen Preisbremsen stehen unter Wertminderung Immobilie.
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Muss ein altes Fertighaus vor dem Verkauf auf Schadstoffe untersucht werden?
Eine allgemeine gesetzliche Untersuchungspflicht allein für den Verkaufsfall gibt es nicht. Vier amtlich belegte Zeitmarken strukturieren die Frage trotzdem, und keine davon ist ein Urteil über einen Hersteller oder eine Baureihe. Das Umweltbundesamt nennt Fertighäuser ausdrücklich als früheres Einsatzfeld von Formaldehyd aus Holzwerkstoffen; der Richtwert des Ausschusses für Innenraumrichtwerte liegt seit 2016 bei 100 Mikrogramm je Kubikmeter, auch im 30-Minuten-Wert. Klarheit bringen Material- und Raumluftproben qualifizierter Sachverständiger, keine Vermutung.
| Stoff oder Bauteil | Amtlich belegte Zeitmarke | Was das für den Verkauf bedeutet |
|---|---|---|
| Asbest, unter anderem in Asbestzement-Dach- und -Fassadenplatten, Bodenbelägen, Putzen, Spachtelmassen, Fliesenklebern | Herstellung, Inverkehrbringen und Verwendung seit 31. Oktober 1993 verboten. Besonders in den 1960er und 1970er Jahren wurden in beiden Teilen Deutschlands viele Gebäude mit asbesthaltigen Baustoffen errichtet, überwiegend Asbestzement (Umweltbundesamt). | Kein generelles Sanierungsgebot für funktionstüchtige Asbestzementprodukte, die Notwendigkeit ergibt sich allenfalls aus dem baulichen und technischen Zustand. Abbruch-, Sanierungs- und Instandhaltungsarbeiten nur durch Firmen mit Sachkunde nach TRGS 519. |
| Pentachlorphenol (PCP) in Holzschutzmitteln | 1989 verboten. In Deutschland gingen rund 61 Prozent des Einsatzes in die Holzimprägnierung, in Westdeutschland dominierten PCP und Lindan (Umweltbundesamt). | Bewertung und Sanierung regelt die PCP-Richtlinie, die die meisten Bundesländer in das Baurecht übernommen haben. |
| Lindan (Gamma-HCH) in Holzschutzmitteln | Bis zum 01.09.2006 vom Markt genommen. Kontaminationen sind vor allem in baulichen Holzkonstruktionen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR zu erwarten, wo lindanhaltige Mittel bis 1989 in Innenräumen und als Dachbalken verbreitet eingesetzt wurden (Umweltbundesamt). | Eine regionale und baujahrsbezogene Frage, kein Pauschalurteil über eine Bauweise. |
| Formaldehyd aus Holzwerkstoffen | Bindemittel und Klebstoffbestandteil in Holzwerkstoffen, beim Innenausbau und bei Fertighäusern. Richtwert des Ausschusses für Innenraumrichtwerte seit 2016: 100 Mikrogramm je Kubikmeter, auch kurzzeitig (30 Minuten) nicht zu überschreiten (Umweltbundesamt). | Eine Raumluftmessung durch qualifizierte Fachleute schafft belastbare Klarheit. |
| Bauliche Erkundung vor Arbeiten | § 5a Abs. 1 GefStoffV: Der Veranlasser muss vor Beginn alle ihm vorliegenden Informationen zur Bau- oder Nutzungsgeschichte über vorhandene oder vermutete Gefahrstoffe schriftlich oder elektronisch übermitteln; nach Absatz 2 bei Baujahr zwischen 1993 und 1996 zusätzlich das Datum des Baubeginns. Absatz 4: Gilt auch für private Haushalte. | Ihre Unterlagenmappe ist genau das, was der Käufer nach dem Kauf braucht. |
Quellen: Umweltbundesamt (Asbest, Formaldehyd, Pentachlorphenol, Lindan) und § 5a GefStoffV, abgerufen im August 2026. Ersetzt keine Untersuchung des Objekts.
Was müssen Sie einem Käufer über Baujahr, Bauweise und Schadstoffe offenlegen?
§ 434 Abs. 3 BGB greift nur, soweit nicht wirksam etwas anderes vereinbart wurde: Dann schuldet der Verkäufer die bei Sachen derselben Art übliche Beschaffenheit, zu der Satz 2 ausdrücklich die Haltbarkeit zählt. Vergleichsmaßstab für ein Fertighaus von 1978 ist ein Haus von 1978, kein Neubau. Den üblichen Gewährleistungsausschluss begrenzt § 444 BGB bei arglistigem Verschweigen und bei einer Beschaffenheitsgarantie. Was Sie zu Wandaufbau, Holzschutzmitteln oder früheren Feuchteschäden offenlegen müssen, prüft eine Fachanwältin oder ein Fachanwalt für Bau- und Immobilienrecht; die Klauseln stehen im Kaufvertrag.
Was prüfen Käufer und ihre Bank bei einem gebrauchten Fertighaus?
Die Bank rechnet den Beleihungswert, und auch dort gibt es keinen Fertighaus-Sonderweg: Anlage 2 BelWertV nennt als Maximalsatz bei wohnwirtschaftlicher Nutzung schlicht Wohnhäuser 80 Jahre. Ausdrücklich genannt wird das Fertighaus in dieser Verordnung nur als Neubau, in § 24 Abs. 3 Nr. 4 BelWertV. Für Ihr gebrauchtes Haus greift eher Nummer 3: Die Besichtigung kann unterbleiben, wenn die Pfandbriefbank in einer Siedlung gleichartiger Einfamilienhäuser binnen zwei Jahren ein gleichartiges Objekt besichtigt hat, allerdings nur in den Kleindarlehensfällen des § 24 Abs. 1 BelWertV, also bis zu einem abzusichernden Darlehensbetrag von 600.000 Euro einschließlich aller Vorlasten. Diese Typengleichheit ist beim Fertighaus die Regel; die Systematik erklärt der Beleihungswert.
Welche Unterlagen des Herstellers sind Ihr stärkstes Argument?
Drei Bündel, weil sie die Fragen beantworten, die der Käufer sonst mit einem Sicherheitsabschlag beantwortet. Erstens Bau- und Typenunterlagen: Baubeschreibung, Wandaufbau, Statik, Grundrisse, Baujahr. Sie bestimmen die neun gewichteten Standardmerkmale nach Anlage 4 Nr. III.1 ImmoWertV. Zweitens Modernisierungsnachweise für Dach, Dämmung, Fenster, Heizung und Bäder; sie belegen die individuellen Gegebenheiten nach § 4 Abs. 3 Satz 3 ImmoWertV. Drittens Unterlagen zur Bau- und Nutzungsgeschichte über Gefahrstoffe, genau das, was § 5a GefStoffV vom Käufer später verlangt. Was sonst hineingehört: Unterlagen für den Hausverkauf.
Wie vermarkten Sie ein Fertighaus, ohne den Preis zu verschenken?
Indem Sie die Bauweise nicht verstecken und den belegten Zustand nach vorn stellen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts war 2024 mehr als jedes fünfte fertiggestellte Wohngebäude ein Fertigteilbau (22,2 Prozent, rund 16.900 Gebäude). Die Zahl betrifft nur den Neubau, sie zeigt aber, dass Ihre Käufergruppe die Bauweise kennt. Setzen Sie neben die fünf Pflichtangaben nach § 87 Abs. 1 GModG, was Sie belegen können: Wandaufbau, Dämmstärken, Modernisierungsjahre, Prüfberichte. Der Weg bis zum Notartermin unterscheidet sich nicht und steht im Ablauf eines Hausverkaufs.
Was kostet die Bauweise im Berliner Sachwertmodell konkret?
Alle Ansätze sind Annahmen; die Korrekturwerte stammen aus den Sachwertfaktoren 2025 des Berliner Gutachterausschusses und gelten nur dort. Ausgangslage: freistehendes Einfamilienhaus in Berlin-Spandau, Baujahr 1978, mittlere Wohnlage, kein beurkundeter Bauerrichtungsvertrag, vorläufiger Sachwert 500.000 Euro (veröffentlichter Datenbereich 289.845 bis 1.114.060 Euro). Tabelle 4 weist dafür den Sachwertfaktor 0,96 aus, die übrigen Merkmale stehen bei ±0.
| Variante | Bauweise und Zustand | Sachwertfaktor | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| A | Massivhaus, normaler Bauzustand | 0,96 | 480.000 Euro |
| B | Fertighaus-Massiv, normaler Bauzustand | 0,96 | 480.000 Euro |
| C | Fertighaus-Holz, normaler Bauzustand | 0,96 − 0,072 = 0,888 | 444.000 Euro |
| D | Fertighaus-Holz, guter Bauzustand | 0,96 − 0,072 + 0,179 = 1,067 | 533.500 Euro |
| E | Massivhaus, schlechter Bauzustand | 0,96 − 0,141 = 0,819 | 409.500 Euro |
Die Bauweise kostet zwischen A und C 36.000 Euro oder 7,5 Prozent; zwischen der besten Variante D und der schlechtesten Variante E liegen 124.000 Euro, rund das Dreieinhalbfache davon (eigene Rechnung). Einschränkung: Kauffälle mit Wertminderung wegen Baumängeln oder Bauschäden blieben außen vor, und besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale nach § 8 Abs. 3 ImmoWertV folgen erst nach der Marktanpassung. Den Ausgangswert für Ihre Stadt liefert eine Ersteinschätzung in wenigen Minuten.
Häufige Fragen
Gilt für ein Fertighaus eine kürzere Gesamtnutzungsdauer als für ein Massivhaus?
Nein. Anlage 1 ImmoWertV setzt für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser, Doppel- und Reihenhäuser 80 Jahre an, Anlage 2 BelWertV nennt als Maximalsatz ebenfalls Wohnhäuser 80 Jahre, beide ohne Unterscheidung nach Bauweise. Individuell wird erst die Restnutzungsdauer nach § 4 Abs. 3 ImmoWertV.
Kann ich mein Fertighaus abbauen und ohne das Grundstück verkaufen?
In aller Regel nicht. Nach § 94 Abs. 1 BGB gehören die mit dem Grund und Boden fest verbundenen Sachen, insbesondere Gebäude, zu den wesentlichen Bestandteilen des Grundstücks. § 95 Abs. 1 BGB kennt enge Ausnahmen, etwa für Gebäude, die ein Berechtigter in Ausübung eines Rechts an fremdem Grundstück errichtet hat; ob das vorliegt, prüft das Notariat.
Brauche ich für mein altes Fertighaus einen Bedarfsausweis oder reicht ein Verbrauchsausweis?
§ 80 Abs. 3 Satz 2 GModG schreibt beim Verkauf für Wohngebäude mit weniger als fünf Wohnungen und Bauantrag vor dem 1. November 1977 einen Energiebedarfsausweis vor. Satz 3 nimmt Gebäude aus, die schon bei Baufertigstellung das Niveau der Wärmeschutzverordnung vom 11. August 1977 erfüllt haben oder später dorthin gebracht wurden.
Bedeutet eine Holzständerkonstruktion automatisch eine schlechte Standardstufe?
Nein. Anlage 4 Nr. III.1 ImmoWertV ordnet beim Merkmal Innenwände und Innentüren Holzständerwände mit Gipskarton der Standardstufe 2 zu und mit Dämmmaterial gefüllte Ständerkonstruktionen der Standardstufe 3. Entschieden wird über neun gewichtete Merkmale, nicht über eine Note für die Konstruktionsart.
Welche Angaben sind in der Anzeige für mein Fertighaus Pflicht?
Liegt beim Aufgeben der Anzeige in kommerziellen Medien ein Energieausweis vor, verlangt § 87 Abs. 1 GModG fünf Angaben: Art des Ausweises, Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs, wesentliche Energieträger für die Heizung sowie bei Wohngebäuden das im Ausweis genannte Baujahr und die Energieeffizienzklasse.
Fazit
Der Fertighaus-Abschlag ist keine Normaussage, sondern eine Erwartung: Anlage 1 ImmoWertV und Anlage 2 BelWertV setzen beide 80 Jahre ohne Unterscheidung nach Bauweise an, und in dem amtlichen Katalog, der die Konstruktion ausdrücklich ausweist, bewegt der Bauzustand rund das Viereinhalbfache der Bauweise. Ihre Arbeit vor dem Inserat ist Dokumentation: Baubeschreibung und Wandaufbau, Modernisierungsnachweise mit Datum, der Energieausweis in der richtigen Form und, wo das Baujahr es nahelegt, eine Untersuchung durch qualifizierte Sachverständige. Den Gewährleistungsausschluss klären Sie mit einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt für Bau- und Immobilienrecht; weitere Beiträge stehen im Ratgeber Verkauf, der nächste Schritt ist die Ersteinschätzung.
Quellen
- Anlage 1 ImmoWertV, Gesamtnutzungsdauer, Anlage 4 ImmoWertV, Normalherstellungskosten 2010, abgerufen im August 2026
- § 4 ImmoWertV, Alter und Nutzungsdauer, § 6 ImmoWertV, Wertermittlungsverfahren, § 8 ImmoWertV, besondere objektspezifische Grundstücksmerkmale, § 12 ImmoWertV, für die Wertermittlung erforderliche Daten, § 25 ImmoWertV, Vergleichspreise, abgerufen im August 2026
- § 194 BauGB, Verkehrswert, abgerufen im August 2026
- Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin, Sachwertfaktoren 2025 zum Stichtag 31.12.2024, Stand 04.02.2026, abgerufen im August 2026
- Gutachterausschüsse für Grundstückswerte in Niedersachsen, Modellbeschreibung Sachwertfaktoren, abgerufen im August 2026
- Anlage 2 BelWertV, Maximalsätze für die Nutzungsdauer, § 24 BelWertV, Kleindarlehen und Besichtigung, abgerufen im August 2026
- § 434 BGB, Sachmangel, § 444 BGB, Haftungsausschluss, § 94 BGB, wesentliche Bestandteile eines Grundstücks oder Gebäudes, § 95 BGB, nur vorübergehender Zweck, abgerufen im August 2026
- § 5a GefStoffV, Informationen zur Bau- und Nutzungsgeschichte, abgerufen im August 2026
- § 80 GModG, Ausstellung und Verwendung von Energieausweisen, § 87 GModG, Pflichtangaben in einer Immobilienanzeige, abgerufen im August 2026
- Umweltbundesamt, Asbest, Formaldehyd, Pentachlorphenol, Lindan, abgerufen im August 2026
- Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N039 vom 28. Juli 2025 zum Fertigteilbau 2024, abgerufen im August 2026
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